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Jetzt habe ich bestimmt schon fünfmal angefangen, einen weiteren Bericht über mein ab und zu langweiliges Leben zu schreiben, doch ich weiss gar nicht mehr wo beginnen. Denn gerade die letzten zwei Wochen waren gar nicht mal soo uninteressant. Leider kann ich das ganze nicht in Worte fassen, sonst müsste ich zuerst noch einen Verlag finden, der mein Buch rausgeben will. Und ausserdem habe ich gar nicht genug Webspace, dass ich wirklich alles online niederschreiben könnte. Deshalb schreibe ich einfach einige Highlights raus, mehr oder weniger der Reihe nach auf und verliere einige Worte dazu. Das ganze natürlich illustriert mit Fotos von mir und/oder Freunden. Vorneweg: Jedes Training, jeder Schweisstropfen, jede verpasste Party (hehe) waren es Wert, damit ich mein grosses Ziel von Vancouver 2010 und die damit verbundenen Erlebnisse erreichen und geniessen durfte. Mich hat es wirklich umgehauen... Schlussendlich wurde ich 13. Das ist zwar kein Exploit, doch muss ich zufrieden sein, denn wenn man nicht seine Bestleistung abrufen kann, reicht es auf diesem Niveau halt nicht für mehr. Vor allem muss ich ehrlicherweise auch sagen, dass das Glück in der ersten Runde auch auf meiner Seite lag, denn die ersten Zwei fuhren mehr oder weniger ausser Reichweite, bis Alex Pullin aus Australien stürzte. Handumkehrt war ich trotzdem besser als er, denn ich stürzte ja nicht :) Deshalb war es wiederum verdient... :) Doch angefangen hat das Ganze ein wenig chaotischer: Am 5. Februar traf man sich am Flughafen Zürich. Einmal mehr mit Pagaasch, welches eher auf eine Zigeuner-Reise hinwies, als auf zweiwöchige "Snowboardferien". 
Fünf Athleten, fünf Betreuer...Fair oder? Vor allem wenn man bedenkt, dass die selben Fünf an meinem Wettkampftag nur für mich gearbeitet haben, vielen Dank! Nach einigen Reisestunden via Toronto nach Vancouver mieteten wir zwei Autos, zwangen uns und alles Gepäck rein und fuhren los Richtung Vereinigte Staaten voms Amerika. Der Herr Mt. Baker war unser Ziel. Das Skigebiet mit dem anscheinend grössten Schnee-Niederschlag im Jahr, laut Werbung. Leider erwischten wir das schlechteste Jahr aller Zeiten (mussten sie ja sagen), und deshalb waren die Verhältnisse nicht besser als in der Schweiz. Doch trotzdem gut und wunderschön! 
Nach vier sehr schönen und ausgeglichenen Tagen in Mt. Baker fuhren wir dann aber schon wieder zurück ins grosse Dorf nach Kanada. Dort wurden wir sehr herzlich von blauen Schlümpfen empfangen und in unsere Schlafgemache eingewiesen: 
Alle Schweizer im sehr schönen Schoggi-Braun :) Nach dem "Einchecken", was sicher eine halbe Stunde in Anspruch nahm, denn es war das selbe Prozedere wie am Flughafen inkl. Scanner und Kontrolle, wurde das erste Mal der Blick aufs Haus der Schweizer Athleten frei: 
Mein Zuhause für die nächsten Tage! Es liess sich leben, ums mal so zu sagen :) Halt typische nordamerikanische Bauweise, aus der Ferne betrachtet sicher besser als die Qualität aus der Nähe... Doch vom Dach des eben beschriebenen und oben sichtbaren Klotz gab es sicherlich etwas für mich als Angliker eher aussergewöhnliches. Unglaubliche Sicht auf Vancouver Downtown: 
Nach einer kurzen Aufwärmphase im Athletendorf ging's am zweiten Tag auch schon los mit Training auf dem Olympiakurs. Die Spannung war gross, hörte man doch bis anhin noch nichts gutes über die Schnee- und Wetterverhältnisse auf dem Cypress Mountain. Dauerregen, Nebel, warmer Wind erstaunten uns wenig, glich aber die Situation eher einem Regenwald als Olympischen Winterspielen. Doch das nächste Foto ist wirklich ein gutes Beispiel für die Verhältnisse am Berg: 
Zehn Leute sind schon nur mit dem letzten Sprung beschäftigt gewesen, der Absprung aus einer Holzrampe gebastelt und die Schneeschicht original aus der Lastwagen-Reserve mit dem Helikopter gebracht. Mein Gott, was für ein Unsinn, für ca. 50 Fahrer so ein Aufwand zu betreiben. Doch ändern kann man nichts, deshalb entschied ich mich zum Geniessen. Trotz allem Regen war die Piste in einem einigermassen akzeptablen Zustand und ich war nach dem Training zwar müde und durchnässt, aber sicherlich zufrieden: 
Das zweite Training wurde dann aufgrund wirklich miserablen meteoroligischen Verhältnissen abgesagt und fiel buchstäblich ins Wasser. Am Abend dann aber schon das erste wirkliche Highlight der Spiele. Die Eröffnungsfeier! Wir liessen nichts unversucht, um ein wenig aufzufallen und euch Winken zu können. Doch für's kanadische Fernsehen reichten unsere wunderschönen Perücken nicht, deshalb nun hier ein Beweisfoto. Im Hintergrund sind wunderbar einige der 60'000 Zuschauer zu sehen: 
Wirklich überwältigend, für einmal kann man es wirklich geniessen, gefeiert zu werden. Schon noch speziell :) Doch schon am nächsten Morgen gings wieder weiter mit dem Training auf dem Kurs, die Piste litt wirklich sehr unter dem Regen. Ohne die unglaubliche Arbeit der unzähligen Helfer wäre es nie möglich gewesen, am Montag ein mehr oder weniger reguläres Rennen durchzuführen. Einige von Euch haben es bestimmt im Fernsehen mitvefolgt, es hat erstaunlich viele Stürze gegeben. Dies ist nicht etwa so, dass an Olympischen Spielen nur Anfänger mitfahren, sondern hängt eher mit den vielen Unregelmässigkeiten der Piste zusammen. Es war das wahrscheinlich schwierigste Rennen überhaupt, welches ich jemals gefahren bin. Doch auch das Schönste! Zum Einen die 6'000 Zuschauer unten auf der Zieltribüne (inkl. meinen Eltern, juhee), zum Andern riss der Himmel auch noch ein wenig auf und liess uns vom Start bis aufs Meer blicken: 
An der sechzehn auf meinem Arm kann man ablesen, dass das Foto zwischen Quali und dem Rennen gemacht wurde. Somit hatte ich meine erstes Ziel der Qualifikation erreicht! Sechzehnter von 35 gestarteten, erste Hürde genommen. Nach der ersten überstandenen Runde war dann leider wie schon mehrmals gehört im 1/4-Final Schluss für mich... Janu, ist ja schon bald wieder. Um dies gerade mal vorneweg klarzustellen: Ja, ich mache weiter, ja, in vier Jahren gerne wieder, doch das Ganze hat halt doch einige Parameter... Ich sollte meine Form stetig steigern können und in Sotchi sicher nicht wieder als Aussenseiter an den Start gehen müssen. Die Verletzungen sollten wie bis anhin laufen, also keine. Und auch meine Karriere-Organisation mit Sponsoren, Arbeit und Umfeld sollte im ähnlichen Rahmen weitergehen, dann kann man das Logo links oben von "goes for 2010" in "goes for 2014" und nicht in "was in 2010" ändern! Wenn jemand das Ganze wirklich bis hier runter gelesen hat RESPECT und ja, ich komme endlich zum Schluss. Für alle Details könnt Ihr mich gerne anrufen oder einfach mal auf der Strasse anhauen.... Es war einfach genial! Wenn ihr irgendwie die Chance habt, auch mal an so Spiele zu gehen, probiert es. Es lohnt sich, glaubt mir! Schon nur für dieses Bild : Ist imfaal nicht das Lagerfeuer bei uns hinter dem Hause, ist voll die Fackel! 
Noch ein zwei Zeilen zur Zukunft: in einer Woche geht's weiter mit den letzten beiden Weltcuprennen. Die sind für mich genau so wichtig wie die Spiele, zumindest die Resultate sicher auch entscheidend für die Zukunft! Mit dem 7. Platz in Veysonnaz habe ich schon mal ein wenig mit dem Podest geliebäugelt und falls dies noch zu machen wäre, bedeutete dies ein Platz in der Nationalmannschaft für's nächste Jahr. Das wär schon noch was! Also, es heisst wieder mal Daumen drücken, und zwar am 11. März für's Italien-Rennen und am 17. für's spanische... Dann wäre die lange Saison auch schon wieder vorbei... Ausser natürlich noch die Schweizermeisterschaft, die ich gerne ein drittes Mal für mich entscheiden würde. Sehr gerne sogar! Also also, ich hoffe, ich habe alles vergessen, sonst bitte einfach melden! Fabio |