|
Nun ist Schluss mit lustig, es reicht mir leider, aber nicht für Sotchi. Nach einer sehr enttäuschenden Saison und vielen Frusttagen kamen in diesem Frühling noch einige für mich unverständliche Entscheidungen seitens Swiss Snowboard hinzu, weshalb ich mich aus der Entscheidung der Weltcupstartplätze nehme.
Bis jetzt habe ich immer versucht, ganze Sachen in meinem Leben zu machen. Doch mit der momentanen Situation, den willkürlichen Entscheidungen und meinen nicht genügenden Leistungen kann ich nicht umgehen und vor allem nicht dahinter stehen.
Ich schaue auf acht sehr interessante und lehrreiche Jahre zurück. Dank Eurer Unterstützung habe ich es überhaupt bis zum Traum "Vancouver 2010" geschafft. Unglaubliche Szenen an den XGames in Aspen 2011 werden immer in meinem Kopf bleiben. Und unzählige Freundschaften, die bis heute halten, sind für mich die wichtigsten Errungenschaften. Ich durfte eine Zeit erleben, in der viel schönes und gutes passiert ist, auch wenn es im ersten Moment nicht immer so war. Doch auch am schlechtesten Tag habe ich immer wieder etwas dazugelernt, sei es auch nur, wieder aufzustehen. Doch nun sind die Beine zu schwer und der Kopf zu leer, als dass ich mich mit diesem Staff nochmals aufkämpfen könnte und genügend Motivation finden würde.
Wenn man in einer Randsportart wie dem Snowboardcross überleben will, muss man auf extrem viel verzichten. Vielleicht bin ich einfach auch nicht mehr bereit, für sieben Rennen im Jahr so viel zu opfern. Ich bin nun viel überzeugter, mit dem Ganzen Schluss zu machen, als dass ich überzeugt war, weiterzumachen. Es tut mir leid für all meine Sponsoren, Freunde, Supporter und 100-er-Clubber, die immer an mich geglaubt haben und mich bis Sotchi begleiten wollten. Ich wäre liebend gerne den ganzen Weg gegangen, doch im Moment sind einfach zu grosse Felsbrocken auf die Strasse gestürzt.
Ich werde sicher nicht ganz von der Bildfläche verschwinden und das eine oder andere Rennen mitfahren, doch nur aus Spass und ohne Druck. Den Gletscher in Saas Fee werde ich im Juli sicher noch nicht vermissen, doch spätestens wenns dann im Dezember wieder mit den Rennen losgeht, wird es auch bei mir kribbeln und ich meinen Entscheid ein wenig bereuen.
Nun beginnt eine Zeit, die ich noch nicht ganz fassen kann. Mein bisher grösstes Kapitel mit unzähligen Stunden rund um den Globus ist am Ende angelangt und ich beginne ein neues. Ich freue mich sehr, wieder mit einem Mannschaftssport weiterzufahren und kann das erste Training mit Handball Wohlen kaum abwarten. Auch wird man mich wieder mehr als neun Monate im Jahr in der Cellpack ertragen müssen, aber ob ich wirklich zwölf Monate durcharbeiten werde, kann ich noch nicht versprechen :)
Jetzt heisst es erst einmal, den Frühling geniessen, das Bike ordentlich verbiegen und das Saison-Abschluss-Grillfest für die Sponsoren planen. Am 2. Juni wird im Winkel in Anglikon nochmals so richtig gerockt und gebrätelt!

Ich freue mich sehr auf die neue Zukunft und einen Winter, in dem ich mal Snowboarden gehen kann, wann ich will.
Gerne werde ich auch am Fest noch persönlich Auskunft geben, bis dann hat sich die Enttäuschung über das jähe und eigentlich unvorbereitete Ende sicher auch ein wenig gelegt.
Bis bald!
Fabio |