| Portrait |
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Wir schreiben das Jahr 1984. Draussen tobt ein Schneesturm, wie ihn die Schweiz schon Jahre nicht mehr gesehen hat. Es ist bitterkalt, die Scheiben am schlecht isolierten Haus zeigen eisige Muster, zwei Menschen kommen sich näher. So nah, dass sich Fabio unaufhaltsam dem Licht der Welt nähert.
Unglaubliche neun Monate später kämpft sich während zwanzig Stunden ein kleines, unscheinbares Wesen aus dem warmen Bauch in die grosse weite Welt hinaus. Es sollte der Anfang werden von mittlerweile über zwanzig Jahren harter Arbeit der Angehörigen, Nachbarn und Bekannten. Bereits im zarten Alter von drei Jahren zog es ihn dank seiner bündner Herkunft in den Schnee. Leider wurde immer wieder Sommer, deshalb dauerte es ein wenig länger, bis ihm das Skifahren zu bunt wurde. Mit dreizehn Jahren sah er endlich ein, dass man dem Leben irgendwann einen Sinn geben sollte und er wechselte auf’s Snowboard. Jahre strichen ins Land, ohne dass er wirklich zu fahren lernte. In Obersaxen, seiner „Homebase“, sah man immer mehr lustige Leute mit lustigen Tieren auf dem Rücken, die „Wisalis“. Die waren dann auch so freundlich und nahmen ihn als extrem ausländischen Aargauer in ihr kleines Team auf. Die grundsätzlichen Sachen wie Helm aufsetzen und Schuhe schnüren waren schnell erzählt. Da er dies schnell beherrschte, wechselten sie auf Stufe zwei. Die beinhaltete Snowboardcross trainieren. Im ersten Jahr noch an Wurst- und Brotrennen anzutreffen, löste er sich für die zweite Saison eine Fis-Lizenz und versuchte sein Glück zum ersten Mal im Ausland. Mit dem Glück auf seiner Seite fuhr er gleich beim ersten Rennen ins Final, 4. Schlussrang. Von da an bestimmte eigentlich das Rennen fahren sein Leben. Die Lehre als Polymechaniker stand natürlich weiterhin im Vordergrund, doch alles andere nebst dem Snowboarden wurde zur Nebensache. Dies ist nun schon bald sechs Jahre und unzählige Titel (nun ja, zumindest drei) her und entwickelte sich soweit, dass er nun im Weltcup-Kader von Swiss Snowboard ist. Mit dem Ziel, überall auf der Welt mal Snowboarden zu können, kämpft er sich von Rennen zu Rennen. Seine grössten Erfolge sind die Schweizer Meistertitel 2008, 2009, 2010, der neunte Rang an den Weltmeisterschaften 2009 in Korea, die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver und die Einladung an die XGames 2011 in Aspen. |
